Frag?e?mente

Der ganz normale Wahnsinn, Terror und Horror

Wessen Zeit ist wessen Geld?

Geschrieben von frente - 04.01.2012

Der Versuch, für ein Geschäftskonto die Banking-Software VR-NetWorld — also eine Software für die internetbasierte Kontoverwaltung — zu installieren und in Betrieb zu nehmen, sollte eigentlich nach Jahren der massenweisen Computer- und Internetnutzung kein Problem darstellen.
Doch selbst mit Hilfe einer vom ethisch orientierten Geldinstitut zur Verfügung gestellten Anleitung scheitert nach der Installation der Verbindungsaufbau zum Konto permanent.
Allerdings sitzt die Problemursache nicht vor dem Computer, was sich später auch bestätigt.
Mögliche Fehlerursachen wurden überprüft und ausgeschlossen:

  • Internetverbindung besteht
  • Bankleitzahl ist richtig
  • Kontonummer ist richtig
  • Kennziffer ist richtig
  • Anmeldename ist richtig
  • Passwort ist richtig

Da gerade das Wochenende begonnen hat, würde eine Rückfrage beim Geldinstitut eine mehrtägige Wartezeit bedeuten.
Eine mehrstündige Recherche im Internet per Suchmaschine liefert dann endlich eine Fehlerursache, mit der bei der Software-Nutzung auf Anwendungsseite nicht gerechnet werden kann:
Die Software akzeptiert die Bankleitzahl (BLZ) des Geldinstituts nicht, sondern nur die BLZ des Mutterkonzerns.

Wenige Jahre zuvor gab es bereits ein anderes Problem mit der BLZ des Tochterinstituts. Damals war die BLZ noch nicht offiziell im bundesweiten BLZ-Register der Zentralbank anerkannt und eingetragen, doch der Geschäftskonto-Kundschaft wurde dies nicht mitgeteilt.
Resultat war, dass Rechnungen, die die BLZ ordnungsgemäß aufführten, von Schuldnern nicht beglichen werden konnten, weil beispielsweise die HBCI-Software oder ein Terminal in einem Geldinstitut nur die andere BLZ akzeptierten.
So wurde unnötig Aufregung bei Geschäftskonto-Kundschaft und deren Schuldnern erzeugt, statt im Rahmen der Kontoeröffnung rechtzeitig und umfassend zu informieren.

Auch mit der Banking-Software gab es bereits vor Jahren andere Probleme außer dem BLZ-Wirrwarr.
Nachdem das Geldinstitut die TAN-Verwendung und die Online-Kontoauszüge per Webbrowser abgeschafft hatte, gab es zwar 3 Alternativen, aber nur eine davon ohne Zusatzkosten, nämlich die Software ohne Chipkarte zu verwenden. Doch, wie sich dann herausstellte, wies die Software die Funktionen für Kontoauszüge noch nicht auf, so dass dann auf Nachfrage beim Geldinstitut die Auszüge gebührenfrei per Post zugesandt wurden.
Als nach irgendeinem Update die Software dann endlich die Kontoauszüge erstellen und übermitteln konnte, konnte sie die anschließend erforderliche Bestätigungshandlung auf Anwendungsseite nicht durchführen, so dass die Kundschaft dies mit dem Geldinstitut abklären musste, um keine zusätzlichen Kosten in Rechnung gestellt zu bekommen.
Erst nach irgendeinem weiteren Update war die Funktion vollständig vorhanden.

  • Warum wurde vor der Umstellung nicht zwischen Geldinstitut und Software-Hersteller abgeklärt, was die Software können muss?
  • Wieso wurde die Software nicht vom Geldinstitut mit üblichen Nutzungsfunktionen getestet, bevor die Umstellung erfolgte?
  • Weshalb erfolgten keine Informations-E-Mails an alle, die auf die Software umgestiegen waren, sondern wurden einzelne Anfragen abgewartet und dann beantwortet?
  • Warum wollen alle Geldinstitute von ihrer Kundschaft Geld für ein Chipkartengerät, wenn dies die sicherste Methode darstellt und die Geldinstitute gesetzlich dazu verpflichtet sind, die Sicherheit beim Online- und Mobile-Banking zu gewährleisten, so weit dies in Ihrem Zuständigkeitsbereich liegt?

Auf Anfrage beim Geldinstitut zu dem aktuellen Bankleitzahlen-Wirrwarr in der Software gibt es folgende Antwort:

»Bezüglich der BLZ arbeitet das Programm per HBCI … nur mit der BLZ der Mutterbank. Dies ist technisch bedingt und kann derzeit nicht geänderte werden.«

Die Menschheit dringt in die Weiten des Weltalls vor, aber die Software kann auch nach 6 Jahren weiterhin nur die BLZ der Mutterbank statt die des eigentlichen Geldinstituts verarbeiten und kann es nicht über die Benutzeroberfläche kommunizieren — Glanzleistung!

  • Warum gibt es in der Software keinen Hinweis auf solche Sonderfälle bei der BLZ?
  • Wieso steht in der Anleitung, die das Geldinstitut zur Verfügung stellt, kein Hinweis auf das BLZ-Durcheinander?
  • Seit wie vielen Jahren verwenden wie viel Prozent der Kundschaft des Geldinstituts die Software, mussten sich mit dem gleichen Problem auseinandersetzen und haben beim Geldinstitut nachgefragt, ohne dass die Anleitung geändert wurde?
  • Wenn bereits vor Jahren ein ähnliches Problem mit der BLZ bestand, warum informiert man die Kundschaft weiterhin ungenügend oder gar nicht?
  • Hält man solch eine Nachlässigkeit für Kunden-Service?
  • Ist es eine Arbeitsplatzsicherungsmaßnahme für die Person, die die Fragen bei Problemen beantwortet?
  • Zeit ist Geld? Wenn derart die Zeit der Kundschaft verschwendet wird, warum bekommt die Kundschaft dann nicht ein paar € gutgeschrieben?
  • Ist nichts für Aufwandsentschädigungen oder Informationsverbesserungen übrig von den €-Milliarden der staatlichen Bankensubventionen; wird alles für weitere Spekulationen, Management und gut bezahltes Personal benötigt?

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Musealer Murks bei moderner Kunst?

Geschrieben von frente - 02.01.2012

Am Neujahrstag ist der Eintritt in einem Museum moderner und zeitgenössischer Kunst in Hannover erfreulicherweise kostenfrei. Doch beim Betreten der Ausstellungsräume wird seltsamerweise nach einer Eintrittskarte gefragt und jedem Gast, der keine Karte hat, eine passend zur Sonderausstellung bedruckte Eintrittskarte mit dem Aufdruck “Freikarte Preis: 0,00 €” ausgehändigt.

Es gab noch weitere Seltsamkeiten und kleine Mängel bzw. Ärgernisse, also Murks, vor Ort:

  • Frauen mit Handtasche können die Tasche einfach mit in die Ausstellung hineinnehmen; Frauen mit sehr kleinem Rucksack sollen den Mini-Rucksack in eine transparente, bedruckte Plastiktüte, die vom Museum verteilt wird, packen und die Tüte dann mit sich herumtragen.
  • Der Sonderausstellungsbereich links unterhalb des Eingangs in der sogenannten Einblickshalle ist ohne Beschriftung, um welche Kunst von wem aus welchem Jahr es sich handelt.
  • Erläuterungen zu den Künstlerinnen und Künstlern findet man im Eingangsbereich in einem Faltblatt, wenn man das Faltblatt findet. In der Ausstellung selbst sind keine Informationstexte zu den Kunstschaffenden zu finden.
  • In einem von ca. 10 Ausstellungsräumen gibt es in einer Wandhalterung eine herausnehmbare 8-seitige Raumübersicht, deren 4 zusammengeheftete Blätter laminiert sind.
  • Bei manchen Fotos steht als Erläuterung “Ohne Titel” und dahinter in Klammern ein Titel.
  • Manche Fotos hätten Foto-Profis sofort im Müll entsorgt wegen Unschärfe, Unterbelichtung etc. oder stellen andere Menschen wie Geologen, Biologen etc. tagtäglich mit vergleichbaren Motiven in großer Menge her — und das Museum präsentiert es als Kunst.

Da taucht Frage auf Frage auf:

  • Warum soll ein Mini-Rucksack in eine transparente Plastiktüte gepackt und in der Hand getragen werden — wirkt es dann wie ein modernes Kunstobjekt, das zur Schau getragen wird?
  • Weshalb gibt es keine Beschriftung zum Kunstschaffenden und Kunstobjekt in der Einblickshalle — soll man sich über die präsentierte Kunst nur über die Medien oder die Internetseite vorab statt vor Ort informieren?
  • Weshalb gibt es in den Ausstellungsräumen keine Informationstexte zu den Kunstschaffenden der Ausstellungsobjekte, wenn die Informationen sogar für ein Faltblatt zusammengetragen wurden?
  • Wieso gibt es nur in einem Raum eine Übersicht zur Präsentation der Kunstobjekte und Kunstschaffenden? War Geld übrig oder war nicht genügend Geld für Übersichtspläne anderer Räume vorhanden?
  • Warum wird ein Bild als titellos bezeichnet, wenn gleichzeitig in Klammern ein Titel genannt wird?
  • Wo soll bei misslungenen Aufnahmen und bei Makroaufnahmen, die die Natur dokumentieren, das künstlerische Element sein — in der Dunkelkammerarbeit?

Im Internet bietet das Museum dann noch ein bisschen zusätzlichen Murks. Die Suche nach Eintrittspreisen gestaltet sich auf der Internetseite des Museums schwierig. Unter „Besucherinformationen“ erfährt man nichts zu den Eintrittspreisen. Man muss entweder unter „Aktuelles“ bei dem Punkt „Schenken Sie einen Gutschein …“ suchen oder man wählt unter „Ausstellungen“ eine Ausstellung aus und klickt dann unterhalb der Beschreibung und oberhalb von „Weitere Artikel zum Thema:“ auf „Eintrittspreise“.
Dann erfährt man, dass der Eintrittspreis normalerweise bei 7 € bzw. ermäßigt 4 € liegt, während einer mehr als 3-monatigen Fotografie-Sonderausstellung sollen es jedoch 9 € bzw. ermäßigt 6 € sein.
(http://sprengel-museum.de/aktuelles/lust-auf-kunst-der-eintritts-und-jahreskartengutschein.htm?snr=1)

  • Wieso gibt es bei der Internetpräsentation des Museums in der Rubrik „Besucherinformationen“ keine Informationen zu den Eintrittspreisen?
  • Weshalb werden bei kostenfreiem Eintritt aufwändig bedruckte Eintrittskarten verteilt, wenn gleichzeitig um Spenden für die Museumserweiterung geworben wird — wird zu viel und zu großzügig gestiftet und gespendet?
  • Warum wird für die besagte Ausstellung der Eintrittspreis erhöht, wenn all die zuvor genannten Seltsamkeiten und Mängel bestehen — war der Druck der Kostenfrei-Eintrittskarten und der Plastiktüten für Mini-Rucksäcke so teuer?
  • Wieso mutet das Museum all die Merkwürdigkeiten und den Murks seinen Gästen zu — soll das modern sein?

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Socken für Masochisten?

Geschrieben von frente - 04.12.2011

Schlichte schwarze Socken sind nicht mehr schlicht schwarz, sondern haben sich klammheimlich zu einer kleinen, unscheinbaren Folterbekleidung gewandelt.
Erst wurden im Bereich der Fußsohle die Größenangaben mit heller Farbe aufgedruckt, was nicht besonders störte, höchstens verwunderte.
Neuerdings werden die Größenangaben dort mit hellem Faden eingearbeitet. Leider ist die Verarbeitung teilweise so schlampig, dass größere Unebenheiten und harte Fadenverknotungen entstehen, die beim Tragen der Socken, wenn man auftritt, drücken und stören und teilweise als Folter empfunden werden können.

  • Wieso wird überhaupt eine Größenangabe hinzugefügt, wenn beim Verkauf an den Socken Etiketten mit den wesentlichen Angaben vorhanden sind? Wer trägt verschiedene Größen und könnte sonst seine Socken nicht auseinanderhalten?
  • Weshalb wird die Größenangabe nicht mehr gedruckt — ist sie eine wichtige Markenbezeichnung, die nicht durch Abnutzung unkenntlich werden soll? Müssen alle, bei denen man seine Schuhe auszieht, über die Schuhgröße informiert werden, wenn man die Füße ausstreckt? Wozu? Damit sie neue, passende Socken schenken können ohne nach der Größe fragen zu müssen?
  • Warum werden die Produktionskosten und damit letztlich der Verkaufspreis mit solchen überflüssigen Dingen unnötig erhöht?
  • Wieso wird die Größenangabe nicht maschinell so sauber eingearbeitet, dass sie beim Tragen der Socken nicht spürbar ist? Könnte man dann nicht Kosten und Preise noch mehr unnötig erhöhen?
  • Sind die Socken für Masochisten gedacht? Warum wird dies nicht beim Verkauf deutlich kenntlich gemacht?

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Personentransport mit Eisenbahnschrott?

Geschrieben von frente - 08.08.2011

Ein Wochenendausflug mit einem Intercity (IC) auf der Strecke Berlin—Hannover hin und zurück kann ebenso wie die Fahrt mit einem Regionalzug voller Tücken stecken:

  • Bei der Hinfahrt wird eine gäenderte Wagenreihenfolge angekündigt, so dass 1. und 2. Klasse sowie Sitzplatzreservierungen kurzfristig zu erkunden sind.
  • Im Waggon funktioniert bei gefühlten 30°C die Klimaanlage nicht; glücklicherweise gibt es Fenster, die man öffnen kann.
  • Auf der nächstgelegenen Toilette im Waggon funktioniert zudem das Wasser nicht.
  • Im Toilettenraum befindet sich ein Aschenbecher und eine Zigarettenablage, doch über Lautsprecher ertönt „aus aktuellem Anlass“ eine Durchsage, dass das Rauchen in den Toilettenräumen verboten sei.
  • Im Toilettenraum befindet sich über dem Abfallbehälter ein Hinweistext, dass Papiertücher dort hinein gehören, doch gibt es keinen Papiertuchspender zum Trocknen der Hände, sondern einen Lufthändetrockner.
  • Ein weiteres WC im Nachbarwaggon ist wegen des fehlenden Wassers bereits vom Personal abgeschlossen und gegen Benutzung gesichert worden.
  • Es wird auch am Tag darauf bei der Rückfahrt eine gäenderte Wagenreihenfolge angekündigt, doch zusätzlich stellt sich unangekündigt heraus, dass Wagen 8 fehlt und Wagen 10 wegen technischer Probleme nicht mehr zur Verfügung gestellt werden kann, so dass Sitzplatzreservierungen für diese beiden Waggons hinfällig sind.
  • Das nächste Dilemma ereignet sich am Folgetag im Regionalexpress beim Aussteigen am Bahnhof Hildesheim: Eine Frau, die eine Tür von innen öffnen möchte, hält plötzlich den Türgriffhebel in der Hand, so dass die Tür nicht mehr geöffnet werden kann.
  • Auch sonst ist das Öffnen der Türen in den Regionalzügen ein Glücksspiel. Sofern nicht wieder einmal ein Schild auf eine defekte Tür hinweist, die sich gar nicht öffnen lässt, wissen die Fahrgäste nicht, ob sich die Tür bereits beim Halt oder erst etliche Sekunden später öffnen lässt, da die Luftdruckentriegelung unterschiedlich früh oder spät geschieht und an den Türen keine akustische oder optische Rückmeldung über den Zustand der Verriegelung stattfindet.

Bei so vielen Defekten und Unwägbarkeiten innerhalb weniger Tage oder Stunden stellt man sich mehrere Fragen:

  • Ist es den Verantwortlichen bei der Bahn nicht peinlich, dass in Zügen zwischen niedersächsischer Landeshauptstadt und Bundeshauptstadt die Fahrgäste diversen Unannehmlichkeiten, Unzulänglichkeiten und technischen Defekten ausgesetzt sind?
  • Weshalb fahren die Fernzüge so oft mit geänderter Wagenreihenfolge — müssen so viele alte Schrottwaggons kurzfristig wegen Defekten ersetzt werden?
  • Wieso fallen die Klimaanlagen seit ein paar Jahren im Sommer gehäuft aus, selbst dann, wenn es sich um einen normal warmen Sommertag in einem relativ nass-kühlen Sommer handelt und die Klimaanlage nicht übermäßig gefordert ist?
  • Warum werden alte Waggons für ihren Einsatz nicht an die Änderungen der letzten Jahre angepasst (Nichtrauchertoilette, Lufttrockner)?
  • Weshalb findet die Luftdruckentriegelung für die Türen mit Türgriffhebel in den Regionalzügen manchmal bereits vor dem Halt und manchmal erst nach dem Halt statt?
  • Wieso gibt es in den Regionalzügen keinen optischen oder akustischen Hinweis, wenn die Türen zum Öffnen freigegeben sind?
  • Warum gibt es bei der Bahn im Wohlstandsdeutschland mehr Defekte und Ausfälle als seinerzeit bei den „Reichsbahn“-Zügen der DDR?
  • Wurde die Bahn für einen geplanten Börsengang und die damit verbundene Provision eines Bahnmanagers von eben diesem Manager kaputt gespart?
  • Inwieweit betreibt die Bahn Personentransport mit Eisenbahnschrott?

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